Das Schaf mit seinem Kumpel, der mit seinem Frauchen auch immer dabei ist

Trekking im Pfälzerwald – Allgemeines zu den Trekkingplätzen

Wildes Zelten und Campen ist in Deutschland verboten. Wahrscheinlich weil ein paar Mitmenschen sich in der Natur nicht benehmen können und gedankenlos unterwegs sind. OK, wir sind auch ein Völkchen, dass ganz gerne alles in Regel packt und auch die Natur braucht bei uns ihren Gartenzaun. Fakt ist aber: Sich einfach auf den Weg machen und im Zelt übernachten wo man grad umfällt, geht in Deutschland nicht. Von Zubreitung warmen Essens ganz zu schweigen.

Aber es gibt erfreulicherweise auch Ausnahmen. Im Pfälzer Wald können Naturfreunde, Trekkingfreunde und Wildnisliebhaber von April bis Oktober ganz legal auf eigens dafür vorgesehenen Trekkingplätzen für eine Nacht ihr Zelt aufschlagen und die Schönheit unserer Natur genießen. Und die Natur ist in diesem grenzüberschreitenden Biosphärenreservat (Pfälzerwald-Nordvogesen) überaus sehens- und erlebenswert. Max. 6 Zelte für max. 2-3 Personen und max. 1 Nacht sorgen dafür, dass die Natur nicht überlastet wird. Außerdem bleiben die Plätze so klein und beschaulich und mutieren nicht zu wilden Campingplätzen. Ohne Anmeldung und Entrichtung der 10 € Buchungsgebühr pro Nacht darf hier niemand hin. Daher sind die Koordinaten der Plätze auch quasi geheim und werden erst bei Buchung bekannt gegeben. Ich weiß diese Möglichkeit sehr zu schätzen und ich bin sicher, ich bin nicht alleine damit.

Bitte nicht in der Natur

Daher möchte ich auch direkt schon einen Appell richten an alle: Unterstützt dieses Projekt und diese Möglichkeit, indem ihr euch an die handvoll Spielregeln haltet. Nur so kann das Programm weiter bestehen und wir alle weiter davon profitieren!!!

Diese handvoll Regeln sind für jeden Alt-Trekker und mit Verstand gesegneten, rücksichtsvollen und umsichtigen Menschen und Naturliebhaber sowieso eine Selbstverständlichkeit. Die wichtigsten will ich hier trotzdem kurz aufzählen:

  • Was man mitbringt, wird auch wieder mitgenommen. Müll, egal welcher Art, hat in der Natur nichts zu suchen.
  • Zerstört nichts! Reißt nichts raus, beschädigt keine Bäume, bringt keine Chemie in Wasser und Boden.
  • Haltet Ruhe. Wer den Lärm der Zivilisation möchte (Musik, Geschrei, etc.), darf ihn ausführlich und reichlich in der Zivilisation erleben. Die Natur hat ihren eigenen schönen Klang, der eine wahre Erholung von unseren gewohnten Alltagsgeräuschen ist.
  • Macht kein Feuer! Vermeidet alles, was ein Feuer entzünden könnte, besonders an heißen Tagen und in Hitzeperioden. Auf den Trekkingplätzen gibt es hier eine Ausnahme: Jeder Platz hat eine unübersehbare Feuerstelle, die, sofern keine Waldbrandgefahr besteht, genutzt werden darf. Ob Waldbrandgefahr besteht kann man z.B. tagesaktuell auf diversen Webseiten (z. B. hier www. Trekking / Verlinkung von Trekking) abfragen. Achtet auch darauf kein schwelendes oder glimmendes Holz unbeaufsichtigt zu lassen. Wer morgens keine Zeit hat das Feuer vollständig auskühlen zu lassen, muss halt auf seinen Morgenkaffee verzichten.

Die Trekkingplätze im Pfälzer Wald

Mittlerweile gibt es insgesamt 13 Trekkingplätze, von denen die meisten ca. eine Tagestour auseinanderliegen. Sieben Plätze liegen zwischen der Burgruine Guttenberg und der schönen Kalmit, sechs Plätze im Donnersberger und Lauterer Land.
Fünf dieser schönen Plätze (1, 2, 3, 6 und 7) habe ich mittlerweile kennengelernt und bisher war ich von jedem begeistert. Jeder liegt wunderbar eingebettet in die Natur und jeder hat seinen ganz eigenen Charme.

Ein schöner Trekkingtag

Man stelle sich doch nur vor: Morgens aufwachen, nebenan plätschert vielleicht ein Bach, ansonsten ist es herrlich ruhig. Krabbelt man aus dem Zelt, empfängt einen der einzigartige Anblick der Natur, z.B. der Blick auf einen bewaldeten Hügel, ein weites Tal oder eine idyllische Wiese. Die Luft ist klar und die Temperatur ist noch angenehm kühl, verspricht aber bald anzusteigen. Irgendwann, nach einem einfachen aber leckeren Frühstück und nachdem Zelt und alle anderen Habseligkeiten wieder im Rucksack verstaut sind, macht man sich dann auf den Weg. Und hat alle Zeit der Welt! Vorbei an tollen Landschaften und mitten hindurch durch die Natur, bleiben nur zwei Fragen: Was ist der richtige Weg und welches ist der schönste Ort für eine Rast? Alles andere ist unwichtig. Am nächsten Platz angekommen steht man dann vor einer ganz urtümlichen Herausforderung: Wo soll das Zelt hin? Hat man diese Herausforderung dann irgendwann bewältigt, steht einem wieder die Welt offen. Den verbleibenden Tag kann man dann auf die Art verbringen, die einem am besten gefällt. Ich bevorzuge das Erkunden der Umgebung, Führen von netten Gesprächen und Genießen purer Entspannung. Irgendwann kommt dann die Dämmerung und am Feuer sitzend senkt sich die Nacht über alles. Ist das Feuer runtergebrannt und die Müdigkeit ausreichend, verkriecht man sich im Zelt, mummelt sich ein und verbringt eine einzigartige Nacht in der Natur.

Wer sich das vorstellt und nicht ins Träumen kommt, der hat definitiv andere Interessen als Trekking und Wildnis.

Das Trekking-Schaf

Ich persönlich habe noch ein ganz persönliches Schmankerl: Mich begleitet das Schaf auf meinen Touren. Das schafft zwar auch die eine oder andere zusätzliche Herausforderung, aber auch unvergessliche Erlebnisse. Von der emotionalen Bereicherung ganz zu schweigen. Es stimmt mich friedlich und zufrieden, wenn ich sehe, wie es sich einfach irgendwo auf den Waldboden pflanzt und zufrieden einschläft. Oder wenn wir zusammen wandern und gemeinsam die Natur erkunden. Wenn wir vorm Feuer sitzen und es die Streicheleinheiten genießt. Aber auch, wenn wir abends zusammen ins Zelt krabbeln und ich einschlafe, das Schaf neben mir liegend. Es lässt sich kaum beschreiben, aber sein Glück und seine Zufriedenheit, der Pragmatismus mit der es die gegebenen Situationen nimmt und die Einfachheit seiner Welt, nimmt mich quasi sofort mit und stimmt mich ein auf dieses andere Leben. Und ich mag dieses Leben.
Diese Lebensart funktioniert auf völlig ohne Technik und ist gerade heutzutage besonders reizvoll. Und so habe ich bei meiner letzten Tour, wie immer, auf mein Smartphone verzichtet und nur ein altes Notfall-Klapphandy mitgenommen. Ich war also abgeschnitten von SMS, Mail und Internet. Und ich habe nichts davon auch nur eine Sekunde vermisst! Ich habe nicht einmal dran gedacht. Das war wirklich toll und erst Zuhause fiel mir wieder ein, dass es diese digitale Welt gibt.

Fazit

Zusammenfassend möchte ich sagen: Die Trekkingplätze im Pfälzer Wald bekommen von mir das Prädikat „besonders wertvoll“. Genaueres zu den einzelnen Plätzen findet Ihr dann in separaten Beiträgen.