Selbstgemachter Regenmantel für den Hund

Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber mein Zeitempfinden hat sich mittlerweile von einem gemächlichen Dahinschlendern zu einem ordentlichen Joggingtempo gesteigert. Gerade hat man sich noch auf den Frühling gefreut und schon ist der Herbst wieder in Sichtweite.
Und so ganz langsam ist wieder Zeit, sich auf kühlere und vor allem nassere Tage einzustellen.

Als Hundehalter kennt man ja kein schlechtes Wetter und das Schaf ist zum auch Glück ziemlich schlechtwetterfest. Nur so richtig dicke Regentropfen, die ihm ins Gesicht klatschen, schlagen ihm auf die Stimmung. Dann versucht es immer durch Rückwärtslaufen den Tropfen zu entgehen, die aber verfolgen es unerbittlich und verhageln ihm so richtig die Laune. Ich bin dann natürlich schuld an allem und Zuhause rächt es sich dann, indem es sich direkt in der Eingangstür ordentlich und ausgiebig schüttelt.

So glücklich schlechtwetterfest können sich aber nicht alle Hunde schätzen und oftmals ist es keine Zimperlichkeit, sondern aufgrund fehlender Unterwolle oder kurzem Fell wirklich nachvollziehbar. Für frierende Hunde gibt es einige Auswahl an Wintermänteln, das Angebot reicht von der Stange bis hin zur Individualanfertigung. Und auch den einen oder anderen Regenmantel für Hunde gibt es zu kaufen. Erfahrung mit solchen Mänteln habe ich nicht, aber vielleicht möchte hier jemand aushelfen.

Nun war ich aber in der Situation, dass ein Regenmantel für das Schaf mir einiges an Unbequemlichkeit ersparen könnte. Folgendes wollte ich wenn möglich vermeiden: Bei einer mehrtägigen Trekkingtour einen nassen Hund in einem 2-Personen-Zelt!

Das kann man jetzt nachvollziehen oder nicht, mir war es aber nicht ganz unwichtig. Aber auch nicht wichtig genug um mit dem Schaf shoppen zugehen und einen Mantel zu kaufen. Selbermachen war also die Devise.

Folgendes brauchte ich:
– einen Müllbeutel, in modischem schwarz und ausreichend groß
– selbstklebendes Klettband für Klettverschlüsse an Hals und Brust
– eine Schere

An der Passform musste ich ein paar Mal nachbessern, aber letztlich erfüllte er den Anspruch passend, unkompliziert und praktisch zu sein, bei größtmöglicher Effizienz. Das Ergebnis seht Ihr hier:

Zugegebenermaßen bin ich recht zufrieden mit dem Ergebnis, unsere Trekkingtour konnte also kommen. Natürlich haben wir uns auch einen Termin ausgesucht, an dem der Wettergott uns den Mantel auch testen ließ. Pünktlich in der letzten Nacht fing es an kontinuierlich zu regen. Am letzten Trekkingtag war also „Schaf im Mantel“ angesagt.

Nachdem das Schaf sich den Mantel umdesignt hatte (mit einem Kratzloch ist er doch noch individueller), hat es sich ultraschnell dran gewöhnt. Sämtliche Geschäfte waren kein Problem, Laufen war unbehindert, scheuerfrei und entspannt möglich und auch sonst sind keinerlei Problemchen aufgetreten. Getragen hat es den Mantel ca. 3 Stunden am Stück, laufend und auch sitzend und liegend. Am Ziel wurde es dann noch mal spannend, Trommelwirbel bitte …
Unter dem Mantel ist das Schaf wollig trocken geblieben. Damit war der Praxistest für mich bestanden.

Das durchs Wohlfühlkratzen entstandene Loch ließ sich Daheim ruckzuck wieder zukleben und so ist der Regenmantel für den nächsten Einsatz wieder bereit. Sollte er irgendwann doch einmal unrettbar kaputt sein, lässt er sich ja auch ganz einfach noch mal herstellen. Die Maße ändern sich ja nicht wirklich.

Für Trekker mit Hund vielleicht nicht ganz unwichtig sind Gewicht und Packmaß dieses Mäntelchens. Mit ca. 32 Gramm und ca. 13 cm Packmaß (für einen Retrievermischling) lässt sich da aber eigentlich nicht meckern.

Wenn man nicht gerade als Ultraleicht-Trekker unterwegs ist, und damit oftmals eh kein klassisches Zelt nutzt, sollte sich eigentlich überall ein Plätzchen für den Hundemantel finden lassen. Mich hat er jedenfalls überzeugt und das bisschen Outdoorluxus gönne ich mir ruhigen Gewissens.